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Der Gewöhnliche Glatthafer

Foto: Frieder Leuthold

Der gewöhnliche Glatthafer (Arrhenatherum elatius), auch unter dem Namen Französisches Raygras bekannt, zählt zur Familie der Süßgräser (Poaceae).

Der Glatthafer kann eine Wuchshöhe zwischen 50 und 150cm erreichen und ist somit oft das höchste Gras auf unseren Wiesen. Man erkennt ihn gut an seinen oftmals violett gefleckten Ährchen die eine lange Granne aufweisen und an den oft dunklen, kräftigen Knoten an seinem Stengel. Die Blütenrispe kann bis zu 25cm lang werden. Er ist ein ausdauerndes, praktisch allerdings oft nur 3- bis 6-jähriges Obergras mit lockeren Horsten. In der Regel bildet der Glatthafer keine Ausläufe, jedoch selten ganz kurze Rhizome. Er blüht von Mai bis Juni und ist somit mittelfrüh blühend. Bestäubt wird der Glatthafer durch Wind (Anemochorie). Durch seine tiefen Wurzeln (gelblich) ist er gegenüber Trockenheit unempfindlich.

Der Glatthafer ist oft auf Wiesen, Rainen, an Grabenrändern bis in die Alpentäler verbreitet, jedoch nur in Bereichen des besseren Ackerlandes wärmerer Regionen. Im Norden und in höheren Bergregionen ist er oft fehlend oder auf begünstigte Wuchsorte beschränkt (z.B. im Schutz von Stickstoff sammelnden Besenginsterbüschen). Bevorzugt gedeiht der Glatthafer auf warmen, lockeren, reichen, tiefgründigen, lehmig-sandigen, lehmig-humosen und kalkhaltigen, höchstens schwach sauren Mineralböden. Sein Hauptbereich bezieht sich also auf die warmen, regenarmen Lagen.

Der Glatthafer wird als Futtergras gezielt eingesät, da es sehr ergiebig ist und man es bis zu 3-mal im Jahr schneiden kann. Durch Eutrophierung wir er stark gefördert. Daher wird der Glatthafer neben seiner positiven Eigenschaft als starker Futterlieferant auch kritisch gesehen, da er durch die Eutrophierung den kleineren empfindlicheren Grasarten den Platz wegnimmt.

Der Glatthafer ist pflanzensoziologisch gesehen die Kennart der Gesellschaften des Verbandes der Glatthaferwiesen. Diese sind Fettwiesen in Höhenlagen unter 300m auf nährstoffreichen Böden. Die Gesellschaften des Verbandes können sehr artenreich sein und der Glatthafer selbst spielt oft eine dominante Rolle neben weiteren Obergräsern wie

  •  Dauco-Arrhenatheretum elatioris – Tiefland-Glatthaferwiesen (verbreitete Fettwiese mit guter Nährstoffversorgung in der planaren bis collinen Stufe, die Wilde Möhre (Daucus carota) hat ihren Verbreitungsschwerpunkt in ruderalen, häufig wegbegleitenden Glatthaferbeständen, weitere Charakterarten: Wiesensalbei, Kartäusernelke, Zottiger Klappertopf, Halbtrockenrasen-Arten)
  • Alchemilla-Arrhenatheretum elatioris – Berg-Glatthaferwiese (verbreitete submontane Gesellschaft, bildet Übergänge zu den hochmontanen und subalpinen Goldhaferwiesen, Charakterarten: Berg-Frauenmantel und der Gelbgrüne Frauanmantel)

Der Glatthafer wird in den Bergregionen ab 400m vom Goldhafer abgelöst. Diesen findet man auf nährstoff- und basenreichen Wiesen im Berg- und Hügelland. In den Alpen ist er sogar in Höhenlagen bis zu 2400 Metern zu finden und ist Charakterart der Gebirgs-Fettwiesen bzw. der Goldhaferwiesen. Der Goldhafer gilt als wertvolles Futtergras.  

Die Glatthaferwiesen sind jedoch durch Grünlandumbruch stark gefährdet, da dieser oft das Werk von Generationen zunichte macht, da es Jahrzehnte dauert um eine artenreiche Wiese, die zum Acker gemacht wurde, wieder herzustellen. 


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