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Der Klappertopf – ein nützlicher Schmarotzer

Foto: Jürgen Dechent

Die Familie der Klappertöpfe gehört zu den Orobanchaceaen (Sommerwurzgewächse i. w. S.) und ist ein sogenannter Halbschmarotzer. Diese Pflanzen können zwar Photosynthese betreiben, sind jedoch auf einen Wirt, der sie mit Wasser und Nährstoffen versorgt, angewiesen. Der Klappertopf nutzt dazu die hochwachsenden Obergräser auf kalkarmen, mageren Wiesen. Mit Hilfe von Haustorien stellt er eine Verbindung zur Graswurzel her und zapft diese an. Die Wuchskraft der Gräser wird so geschwächt bis hin zum Absterben der Pflanze.

Aus diesem Grund wird der Klappertopf auch aus Sicht des Naturschutzes als Regulator und Bestandesbildner empfohlen um artenarme Flächen in artenreiche Wiesen zurückzuführen.

Im Rahmen einer Wiesenumgestaltung könnte man gezielt Klappertopfsamen in den Boden einbringen und so die Obergräser schwächen. Die kleineren Blütenpflanzen haben wieder Platz zu wachsen und die Wiese in ein Blütenparadies zu verwandeln. Die Wirkung tritt recht schnell ein, sodass man erste Erfolge nach kürzester Zeit sieht.

Wem allerdings die Wiese ausschließlich der Futtererzeugung dient, der sollte auf die Aussaat der Klappertopfsamen verzichten. Die Futtergrasmenge nimmt drastisch ab und somit der betriebswirtschaftliche Nutzen der Fläche.

Unter den verschiedenen Arten des Klappertopfes gibt es neben Rhinathus minor (kleiner Klappertopf) auch den geschützten Rhinathus angustifolius (großer Klappertopf). Er wurde 2005 zur Blume des Jahres gekürt.

Den großen und den kleinen Klappertopf kann man anhand des Zahns an der Oberlippe der Blüte deutlich unterscheiden. Der kleine Klappertopf hat einen weißlichen Zahn, der große Klappertopf einen violetten. Sie blühen von Mai bis September.


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