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Die Herbstzeitlose


Die Herbstzeitlose (Colchicum autumnale) gehört zu der Pflanzenfamilie der Zeitlosengewächse (Colchicaceae), die widerum zu der Ordnung der Lilienartigen (Liliale) gehören. Charakteristisch ist ihre lange, dünne und helle Blütenröhre, die direkt aus dem Boden kommt. Von August bis November öffnet die Herbstzeitlose ihre rosafarbene bis hell violetten Blüten, welche direkt aus der Knolle entspringen. Der oberirdische Blütenanteil ist 5-20 cm lang. Erst im Frühjahr treiben die Blätter aus. Sie sind 8-25 cm lang und breit lanzettlich. Zu diesem Zeitpunkt wird die Herbstzeitlose oft mit Bärlauch verwechselt, da sich die beiden Pflanzen sehr ähneln. Jedoch kann die Herbstzeitlose ausgeschlossen werden, wenn ein starker Lauchgeruch vorliegt.

Vorwiegend kommt die Herbstzeitlose auf Wiesen, in Auenwäldern, auf sicker-wechselfeuchten, mäßig nährstoffreichen, tiefgründigen, mäßig sauren und humosen Lehm- und Tonböden vor. Genrell ist sie im submediterran-subatlantischen Bereich verbreitet bis zu einer Höhe von 1616m. Im Nordwesten ist sie eher seltener anzutreffen oder gar fehlend. Oft wird die Herbstzeitlose durch Überdüngung zurückgedrängt.

Verbreitet wird die Pflanze durch die Bestäubung von Bienen und Hummeln. Deshalb ist sie auch als Bienen- und Hummelblume bekannt.

Wissenswert ist, dass die Herbstzeitlose das Gift Colchicin enthält und somit hoch giftig ist. Das Alkaloid Cholchicin kann zu Krämpfen, Lähmungen und sogar zum Tod führen. Genau dosiert war die Pflanze jedoch lange Zeit das Standardmittel bei akuter Gicht. Heute werden ungefährlichere Medikamente verwendet.

Der Wirkstoff Colchicin greift in die Verteilung des Erbgutes ein und eignet sich damit zur Züchtung von neuen Pflanzensorten.

Aufgrund ihrer Giftigkeit ist die Herbstzeitlose oft ein Ärgernis für Landwirte, da sie die Mahd unbrauchbar für den Landwirt macht. 2010 wurde sie zur Giftpflanze des Jahres gewählt.


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