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BUND zeichnet Landwirte für wertvolle Wiesen aus

Artenreiches Grünland schützen

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Landesverband Rheinland-Pfalz e.V. hat am Donnerstag zum ersten Mal im Rahmen seines Projektes „Blumen- und Schmetterlingswiesen in Rheinland-Pfalz“ in einem Wiesenwettbewerb Landwirte ausgezeichnet, die durch ihre Bewirtschaftung besonders artenreiche Mähwiesen erhalten. „Artenreiches Grünland ist ein besonders bedrohter Lebensraum. Ohne die Landwirtinnen und Landwirte, die die Flächen extensiv bewirtschaften, kann es nicht erhalten werden“, betont Sabine Yacoub, Landesgeschäftsführerin des BUND. „Landwirte stehen heute unter einem enormen wirtschaftlichen Druck. Deshalb möchten wir unsere Anerkennung dafür zeigen, wenn sie es dennoch schaffen, die Artenvielfalt auf ihren Flächen zu erhalten. Sie leisten nicht nur einen wertvollen Beitrag für den Naturschutz sonder auch für die Bevölkerung, die sich an den blumenbunten Wiesen erfreut“, so Yacoub weiter.

Mit dem Projekt „Blumen- und Schmetterlingswiesen“, das durch den europäischen Landwirtschaftsfond für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER), Entwicklungsprogramm PAUL des Landes Rheinland-Pfalz und die Stiftung Natur- und Umwelt Rheinland-Pfalz gefördert wird, möchte der BUND die Aufmerksamkeit auf die wertvollen landwirtschaftlich genutzten Lebens- und Erholungsräume in Rheinland-Pfalz lenken. „Hauptgefährdungsursachen für artenreiches Grünland sind die Umwandlung in Ackerland, insbesondere für den Anbau von Energiemais, sowie die immer intensivere Nutzung, die zu einem starken Artenrückgang führt“, erläuterte Yacoub. Durch die Ausbildung von Wiesenbotschaftern möchte der BUND das Bewusstsein für den Wert des Grünlands in die Fläche tragen und durch gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit und die anerkennende Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft zum Erhalt der Standorte beitragen.

In Begleitung des Projektes haben sich auch die Experten im Arbeitskreis Landwirtschaft des BUND intensiv mit Grünland beschäftigt und ein Positionspapier erarbeitet. In diesem fordern sie u. a. eine gezielte und langfristige Naturschutzberatung für Landwirtinnen und Landwirte sowie eine bessere Ausstattung der zielgerichteten Agrarumwelt- und Vertragsnaturschutz-Maßnahmen. Denn Naturschutz müsse sich für die Betriebe lohnen, auch auf besseren Standorten.

Zum diesjährigen Wettbewerb unter dem Motto „Wer ist die schönste im Westerwald?“ konnten sich Landwirte aus dem Naturraum Westerwald mit ihren Mähwiesen bewerben. Insgesamt haben sich 12 Betriebe gemeldet. Zehn Wiesen sind in die Vorauswahl gekommen und wurden von einer Jury vor Ort begutachtet. Die Jury bestand aus Inge Unkel vom Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Ernährung, Weinbau und Forsten, den Biotopbetreuern Jürgen Dechent und Peter Weisenfeld sowie dem Projektleiter Frieder Leuthold. Die Jury hatte es ausnahmslos mit sehr schönen Wiesen zu tun. „Alle Wiesen waren überdurchschnittlich artenreich“, freute sich Jürgen Dechent, Jury-Mitglied und wissenschaftlicher Betreuer des Projektes. „Auf einer Fläche haben wir sogar den Moor-Klee gefunden,  der in Rheinland-Pfalz nur im hohen Westerwald vorkommt.“

Für die Preisverleihung war man zu Besuch bei einem der Gewinner. Auf dem Hof Lichtenthäler in Altenkirchen verliehen Umwelt- und Landwirtschafts-Staatssekretär Dr. Thomas Griese und Sabine Yacoub die Preise an die glücklichen Gewinner. Es wurden jeweils drei Preise in zwei Kategorien sowie ein Sonderpreis vergeben:

A: Wiesen mit Kenn- und Charakterarten mittlerer Standorte

1. Platz: Dieter Petry, Stein Neukirch

2. Platz: Rüdiger und Michael Buhl, Friedewald
3. Platz: Iris und Dieter Reifenhäuser, Burglahr
3. Platz: Sonja Schütz, Kausen

B: Wiesen mit Kenn- und Charakterarten feuchter Standorte

1. Platz: Karl-Martin Gros, Rennerod
2. Platz: Michael Klöcker, Helmenzen
3. Platz: Uwe Fuchs, Heimborn

Für zwei weitere, sehr gute Wiesen erhielt einen Sonderpreis:
Stefan Lichtenthäler, Marienrachdorf (Altenkirchen)  

Der BUND dankt den Kreisparkassen Altenkirchen und Westerwald für die freundliche Unterstützung der Preisverleihung und gratuliert allen Preisträgerinnen und Preisträgern zu ihren "meisterlichen" Wiesen, mit denen sie zum Erhalt der Artenvielfalt und einer attraktiven Kulturlandschaft beitragen.

Im kommenden Jahr wird der Wettbewerb in einem anderen rheinland-pfälzischen Naturraum erneut durchgeführt.

 

Für Rückfragen:

Sabine Yacoub 06131-62706-0 bzw. 0174-9971892
Jutta Schreiner 06131-62706-0

Das Positionspapier Grünland kann hier herunter geladen werden:
www.bund-rlp.de/themen_projekte/landwirtschaft/


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