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BUND zeichnete Landwirte im Wiesenwettbewerb aus

Naturschutz und Landwirtschaft - gemeinsam für den Grünlandschutz


Simmern. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Landesverband Rheinland-Pfalz e.V. zeichnet zum zweiten Mal im Rahmen seines Projektes „Blumen- und Schmetterlingswiesen in Rheinland-Pfalz“ in einem Wiesenwettbewerb Landwirte aus, die durch ihre Bewirtschaftung besonders artenreiche Mähwiesen erhalten. „Artenreiches Grünland ist ein bedrohter Lebensraum. Ohne engagierte Menschen, kann es nicht erhalten werden“, betont Sabine Yacoub, Landesgeschäftsführerin des BUND. „Landwirte stehen heute unter enormem wirtschaftlichen Druck. Grünlandwirtschaft lohnt sich finanziell weniger als Ackerbau. Deshalb möchten wir unsere Anerkennung dafür zeigen, wenn Landwirte dennoch Grünlandflächen extensiv bewirtschaften und es damit schaffen, Artenvielfalt auf ihren Flächen zu erhalten“, so Yacoub weiter.

Mit dem Projekt „Blumen- und Schmetterlingswiesen“, das durch den europäischen Landwirtschaftsfond für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER), Entwicklungsprogramm PAUL des Landes Rhein-land-Pfalz und die Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz gefördert wird, möchte der BUND die Aufmerksamkeit auf die wertvollen landwirtschaftlich genutzten Lebens- und Erholungsräume in Rheinland-Pfalz lenken. „Hauptgefährdungsursachen für artenreiches Grünland sind die Umwandlung in Ackerland, insbesondere für den Anbau von Energiemais, sowie die immer intensivere Nutzung, die zu einem starken Artenrückgang führt“, erläuterte Yacoub. Durch die Ausbildung von Wiesenbotschaf-tern möchte der BUND das Bewusstsein für den Wert des Grünlands in die Fläche tragen und durch gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit und die anerkennende Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft zum Erhalt der Standorte beitragen.

Zum diesjährigen Wettbewerb unter dem Motto „Wer ist die Schönste im Hunsrück?“ konnten sich Landwirte aus der Region mit ihren Mähwiesen bewerben. Insgesamt haben sich 22 Betriebe für den Wettbewerb gemeldet, deren Wiesen von einer fachkundigen Jury vor Ort begutachtet wurden. Das sind zehn mehr als im vorhergehenden Jahr. „Alle Wiesen waren überdurchschnittlich artenreich“, freute sich Jürgen Dechent, Jury-Mitglied und wissenschaftlicher Betreuer des Projektes. „Auf einer Fläche haben wir sogar das Brand-Knabenkraut gefunden, das in Rheinland-Pfalz eine absolute Rarität ist.“

Die Preisverleihung fand im Rahmen der Grünlandtagung „Naturschutz und Landwirtschaft – gemeinsam für den Grünlandschutz“ am 27.September in der Hunsrückhalle in Simmern statt. Diese Fachtagung bot den Landwirtinnen und Landwirten, ehrenamtlichen Wiesenbotschaftern und dem interessierten Fachpublikum aus Forschung, Beratung und den Behörden die Möglichkeit, in fachlichem Austausch zusammen zu kommen. Elf Referenten, darunter Landwirte, Wissenschaftler und Partner des Vertragsnaturschutzes, sprachen u. a. über die Themen Qualitätssicherung, Förderung der Biodiversität und Renaturierung von extensiv genutztem Grünland. Die Ehrung der Gewinner des Wettbewerbs wur-de von Herrn Dr. Erwin Manz, Leiter des Ministerbüros im Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Ernährung, Weinbau und Forsten RLP und Sabine Yacoub, Landesgeschäftsführerin des BUND vorgenom-men. Dieses Jahr wurden 12 Preise in fünf Kategorien verliehen:

Wiesen mit Charakterarten mittlerer Standorte

1. Platz: Frau Kerstin Kneip (Frankel)

2. Platz: Herr Rainer Luxemburger (Andel)

3. Platz: Herr Manfred Wehr (Buchholz)

4. Platz: Herr Constantin Graeff (Henau)

 

Wiesen mit Charakterarten feuchter Standorte

1. Platz: Frau Manuela Seibel-Lahnert (Perscheid)

2. Platz: Herr Berthold Andrä (Argenthal)

3. Platz: Herr Manfred Becker (Argenthal)

4. Platz: Herr Lothar Claußnitzer (Riegenroth)

 

Wiesen feuchter Standorte mit Arten der Borstgrasrasen

1. Platz: Herr Marco Ternis (Sargenroth)

 

Wiesen mittlerer Standorte mit Arten der Halbtrockenrasen

1. Platz: Herr Gerhard Schmitt (Lütz)

2. Platz: Frau Ute Thiel (Burgen)

 

Wiesen feuchter Standorte mit Arten der Halbtrockenrasen

1. Platz: Herr Heiner Berger (Neumagen)

 

Der BUND gratuliert allen Preisträgerinnen und Preisträgern zu ihren "meisterlichen" Wiesen, mit denen sie zum Erhalt der Artenvielfalt und einer attraktiven Kulturlandschaft beitragen.

 

 

Für Rückfragen:

Sabine Yacoub: 06131-62706-0 bzw. 0174-9971892

Jutta Schreiner: 0162-3303731

 


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