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Wiesensafari: Was kreucht und fleucht auf den Wiesen im Eichelsbachtal?

Nackenheim, 13. Mai 2017: Im Rahmen des Projektes „Blühendes Rheinhessen- Farbtupfen für Wildbienen“ des BUND Landesverbandes lud die BUND Kreisgruppe Mainz-Bingen Kinder im Grundschulalter zur Wiesensafari ins Eichelsbachtal in Nackenheim ein. Bei strahlendem Sonnenschein kamen 16 Kinder und 4 Mütter, um die Wiesen mit allen Sinnen zu erleben und zu entdecken, was dort so alles lebt. Treffpunkt war am Parkplatz der Kapselfabrik am Ende der Weinbergstraße in Nackenheim. Unter der Leitung von Maren Goschke, die für den BUND Mainz-Bingen auch die sogenannten „Naturerlebnistage“ für Schulklassen und Kitas durchführt, wanderten die Kinder in einer „Blinden Raupe“ zur Wiese. Nach einer kleinen Trink- und Essenspause lernten die Kinder die Wiese und ihre Bewohner spielerisch und mit allen Sinnen kennen. Unter anderem stellten sie aus Wiesenkräutern ein „Wiesenparfüm“ und kreative Handmandalas her. Mit Becherlupen ausgerüstet fingen sie kleine Krabbeltiere wie Ameisen, Heupferde und Soldatenkäfer. Im Gestrüpp nebenan entdecken sie einen Fuchsbau. Auch der große Strohballen hatte es ihnen angetan. Eifrig wurde darauf herum geklettert. Zum Abschluss klebten die Kinder ein kleines Erinnerungsbildchen aus Wiesenblumen. Unterstützt wurde Maren Goschke vom stellvertretenden Vorsitzenden des BUND Mainz-Bingen, Friedrich Arndt und der FÖJlerin Mathilde Alexandre.



Wildbienen- und Kräuterexkursion zur Neuen Hohl in Guntersblum

Guntersblum, 22. April 2017: Die „Neue Guntersblumer Hohl“ wurde im Gegensatz zu klassischen, über die Jahrhunderte entstandenen Hohlwege erst vor etwa 30 Jahren mit großen Maschinen in kurzer Zeit aus dem Löss „gestampft". Sie dient als Ausgleich für die bei der letzten Flurbereinigungsmaß­nahme verfüllten alten Hohlwege. Heute zeigt sich dieser mit seinen meterhohen Lösssteilwänden künstlich angelegte Hohlweg bereits als wertvoller Lebensraum für Pflanzen, Tiere und Insekten.

Viel Sonnenschein gab es der schlechten Wettervorhersage zum Trotz. Die Kräuterpädagogin Katja Deschinger aus Guntersblu­m vermittelte anschaulich traditionelles und modernes Wissen zu den Wildpflanzen am Wegesrand. Sei es die Pfeilkresse mit ihrem Meerrettichgeschmack, feine Löwenzahnknospen für den frischen Salat oder der wilde Oregano (Dost), dessen Blüten auch die Bienen gerne mögen. Auch den Wildbienen war es  gerade warm genug: Sagenhafte 17 Wildbienenarten bzw. –gattungen konnten die Exkursionsteilnehmer unter der fachkundigen Begleitung der Biologin und Insektenkundlerin Daniela Warzecha bewundern. Sieben Sandbienenarten, die bekannte gehörnte Mauerbiene, Seidenbienen, Blut- und Furchenbienen und nicht zuletzt die Waldhummel bekamen die Teilnehmenden zu Gesicht.

Besucht wurde zum Vergleich auch eine mindestens 300 Jahre alte Hohl, die „Enggasshohl“, ein alter Hohlweg auf dem Wanderweg „Rheinterrassenweg“. So wurden die Unterschiede in Flora und Fauna des neu­en und des alten Lebensraums sichtbar. Während mehr Wildbienen die neue, noch freie Hohl besiedeln, ist in der alten Hohl mit mehr und selteneren Arten zu rechnen. Im Anschluss an die Exkursion spendierte das Bio-Weingut Geheimrat Schnell einen kleinen Umtrunk für die Teilnehmenden, einen Grauburgunder Spätlese "Edition Goldwespe". Wir bedanken uns für diese freundliche Geste!










Exkursion zu den SABA Versuchsflächen in Hechtsheim am 13. Juli 2016


Mainz-Hechtsheim, 13. Juli 2016: Mehr als 20 Interessierte besuchten im Rahmen des Projekts "Blühendes Rheinhessen – Farbtupfen für Wildbienen" gemeinsam mit Exkursionsleiter Dr. Gunter Mattern die Versuchsflächen des DLR zu Saum- und Bandstrukturen im Ackerbau (SABA).

Blühstreifen bereichern das Landschaftsbild und die Artenvielfalt (Biodiversität) und bieten Tieren insbesondere Insekten (z.B. Wildbienen), Feldvögeln und Kleintieren Nahrungs-, Brut- und Rückzugsräume.

Seit 2012 führt das DLR den Versuch zu Saum- und Bandstrukturen mit 13 verschiedenen mehrjährigen Blühmischungen in Mainz-Hechtsheim und an zwei weiteren Standorten durch.  Die Entwicklung der Blühmischungen hinsichtlich der Blühaspekte und der Praxistauglichkeit wird dort unter verschiedenen Pflegevarianten (Mähen, Mulchen und ohne Pflege) wissenschaftlich untersucht. Über 2000 ha Blühstreifen und –flächen werden in Rheinland-Pfalz mit dem Agrarumweltprogramm „Saum- und Bandstrukturen im Ackerbau“ gefördert. Seit 2015 fördert die EU  zusätzlich „Ökologische Vorrangflächen“.  

Gunter Mattern begeisterte die Teilnehmenden mit Wissenswertem über die zahlreichen blühenden Pflanzenarten. Er zeigte eindrucksvoll, dass aufgrund der Konkurrenz  Blühmischungen mit besonders vielen Arten nicht unbedingt artenreicher sind, als welche mit weniger Arten. Gräser sind zudem sehr konkurrenzstark und müssen meist nicht extra angepflanzt werden. Einmal jährlich mähen taugt fast allen Blühmischungen, während sich einige auch durch Mulchen gut entwickeln. Flächen ganz ohne Pflege verlieren meist an Artenreichtum. Anhand der Versuchsergebnisse lässt sich entschieden, ob das DLR die entsprechende Mischung weiterhin für Saum- und Bandstrukturen empfiehlt.

Wildbienenexkursion ins Alsheimer Hohlwegeparadies

30. August 2015: Auf einer Gesamtlänge von über 30 Kilometern durchziehen die einzigartigen Alsheimer Lösshohlwege das Rebenmeer im Oberrheintal. Durch jahrhundertelange Nutzung mit Fuhrwerken, Vieh und dem Einwirken von Wassererosion hat sich auf engstem Raum ein ganz spezieller Lebensraum herausgebildet, der von einer faszinierenden Gemeinschaft aus Tieren und Pflanzen besiedelt wird. Auch für hunderte Wildbienenarten sind die alten Hohlwege bedeutende Niststandorte.

Gleich drei fachkundige Referenten führten die knapp 20 Wildbienenfreunde bei brütender Spätsommerhitze durch das Alsheimer Hohlwegeparadies. Frieder Stauder, Regionalbeauftragter des BUND und Kultur- und Weinbotschafter in Rheinhessen, leitete die Exkursion und widmete die Aufmerksamkeit der Gruppe insbesondere der Geographie und Entstehungsgeschichte dieser eindrucksvollen Kulturlandschaft. Da die Lösswände heute oft in großen Teilen zugewachsen sind, können sie von vielen der ursprünglich dort vorkommenden Arten wegen nicht mehr genutzt werden: Feuchtigkeit und Unzugänglichkeit verhindern etwa die Besiedlung der Wände mit Wildbienen.

Die Biologin Daniela Warzecha, die derzeit an der Uni Gießen über Bestäubergemeinschaften auf subventionierten Blühflächen promoviert, brachte den Teilnehmern die an den Lösswänden umhersummenden oder auf Blüten sitzenden Wildbienen näher. Unterstützt von dem Studenten Bernhard Christof konnten einige markante Arten gefangen und bestimmt werden: Darunter befanden sich die Große Wollbiene oder Garten-Wollbiene (Anthidium manicatum) mit dem dornenbewehrten Hinterleibsende der Männchen, die Efeu-Seidenbiene (Colletes hederae) mit gelbbraunem Thorax-Pelz und auffälligen breiten Binden und die sozial nistende Furchenbiene Halictus scabiosae. Auch die parasitisch lebende Blutbiene Sphecodes albilabris, die mit ihrem schwarzem Thorax und dem fast völlig roten Abdomen auffällt und die einzige Wildbienenart ist, die auch Laien auf Anhieb richtig bestimmen können, gab sich die Ehre.

Dank Hans-Jürgen Dechent, Biotopbetreuer und Vertragsnaturschutzberater des Kreises Mainz-Bingen und der Stadt Mainz, blieben auch botanisch keine Fragen offen. Unter den besonderen Bedingungen der Lösshohlwege gedeihen viele seltene Pflanzen, die andernorts längst verschwunden sind, wie der Elsässer Haarstrang (Peucedanum alsaticum). Der ungewöhnlich trockene und heiße Sommer hatte seine Spuren hinterlassen, dennoch waren unzählige interessante Pflanzen zu bewundern, wie etwa Wilder Dost, Acker-Wachtelweizen, Deutscher Alant,  Steppen-Wolfsmilch oder Schwarznessel.

Wir bedanken uns bei unseren Experten für die schöne und gelungene Veranstaltung.

 

























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Wanderausstellung

Die Ausstellung zum BUND- Naturschutzschwerpunkt „Blumen und Schmetterlingswiesen Rheinland-Pfalz" steht ab November zum Verleih.

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