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Bald blüht's und brummt's in Büdesheim


Flach, immer kurz gemäht und eintönig grün oder braun - je nach Sonneneinstrahlung - liegt sie da. Die so genannte "Schwimmbadwiese", ein ehemaliger Parkplatz im Stadtteil Büdesheim in Bingen. Langweilig. Öde. Frequentiert wird die 1500 Quadratmeter große Freifläche vor allem von Hunden und manchmal auch von Wild-Parkern. Nicht alle nutzen den Spender für die Hundetüten. Vielleicht sieht man deshalb auch keine spielenden Kinder auf der Wiese? Es muss sich etwas ändern, finden die Büdesheimer Anwohner. Genau das möchte der BUND im Rahmen des Projekts "Blühendes Rheinhessen – Farbtupfen für Wildbienen" gemeinsam mit den Menschen vor Ort und der Stadt Bingen erreichen. Entstehen soll eine grüne Oase im Herzen von Büdesheim. Ein geschwungener Weg zwischen Natursteinmauern und blühenden Beeten, die dem Auge Abwechslung und bestäubenden Insekten Nahrung bieten. Sitzgelegenheiten sowie Büsche und Bäume, die duften und den Vorbeigehenden Kirschen und Nüsse bescheren. Ein Sonnenhügel auf dem sich vielleicht Eidechsen wärmen. Kinder aus dem benachbarten Kindergarten können auf der Schwimmbadwiese Vieles über Pflanzen und Tiere lernen. Jung und Alt gestalten zusammen ein Haus für Wildbienen.  All das könnte schon bald Realität werden, denn am 7. Oktober gab es nicht nur Kaffee und Kuchen in den BUND-Pavillons auf der Wiese: Mehr als 25 interessierte Büdesheimer diskutierten intensiv und brachten ihre konkreten Ideen und Wünsche zum ersten Vorschlag des BUND zur Gestaltung ein. Das Konzept spiegelt in etwa oben beschriebenes Paradies wieder. Die Stadt wird in Kürze über das Konzept entscheiden. Wir drücken die Daumen. Baubeginn wäre dann im Frühjahr 2017.

Die Schwimmbadwiese in Bingen-Büdesheimist ein Teilprojekt im BUND-Projekt "Blühendes Rheinhessen – Farbtupfen für Wildbienen", finanziert von der Stiftung Natur und Umwelt und der LOTTO-Glücksspirale. Über das Projekt und über die Kreisgruppe Mainz-Bingen finanziert der BUND das Konzept für die Umgestaltung der "Schwimmbadwiese" und berät naturschutzfachlich bei der Umgestaltung.

 

Blühendes Rheinhessen auf der Wiesentagung in Landau im September 2016

"Wiesenlandschaften mit hohem Wert für Mensch und Natur – Optionen und Strategien zum Erhalt und zur nachhaltigen Nutzung" – unter diesem Titel diskutieren am 22. und 23. September 2016 Wissenschaftlerinnen, Vertreter von Behörden, Biotopbetreuerinnen, Vertragsnaturschutzberater und Vertreterinnen von Verbänden über naturnahe Wiesen. Das Institut für Umweltwissenschaften der Universität Koblenz-Landau am Campus Landau führt die Tagung durch. Das Team des BUND-Projekts "Blühendes Rheinhessen – Farbtupfen für Wildbienen" und zwei Interessierte aus dem Ehrenamtlichen-Netzwerk des Projekts sind auf der Tagung vertreten.

Auf die Besucher und interessierten Hörer warten neunzehn spannende Vorträge. Sie handeln von der ökologischen Bedeutung der Wiesen, dem Schönheitsempfinden für die Kulturlandschaft, erfolgreicher Renaturierung, steigenden Erträgen ohne Verlust der Artenvielfalt durch traditionelle Bewässerung, dem Schutz von subalpinen Wiesen, der Eignung artenreicher Wiesen für die Pferdehaltung und vielen weiteren Themen. Es bleibt etwas Zeit für Diskussionen im Anschluss an die Vorträge und in den Pausen. Eine Exkursion zu den Queichwiesen um Landau rundet die Veranstaltung ab.

In den Pausen gibt es Gelegenheit, im Konferenzraum bei Kaffee und Kuchen Poster und Projektstände zu besuchen. Das Team des Projekts "Blühendes Rheinhessen" informiert dort auch über Wildbienen und über das weitere BUND-Projekt Wiesenwettbewerb. Projektleiterin Tatjana Schneckenburger stellt in einem Kurzvortrag im Rahmen der Posterpräsentation die Projekte "Blühendes Rheinhessen" und "Wiesenwettbewerb" vor. "Das Interesse an Samentütchen, Infomaterialien zu Wildbienen und zur Anlage von Blühstreifen ist außerordentlich hoch!" freut sich Lea Schubert, ehrenamtliche Mitarbeiterin im Projekt "Blühendes Rheinhessen". Seit Landau finden sich nun einige neue Namen im Verteiler des Wildbienen-Ehrenamtlichen-Netzwerks.






Exkursion zu den SABA Versuchsflächen in Hechtsheim am 13. Juli 2016


Mehr als 20 Interessierte besuchten im Rahmen des Projekts "Blühendes Rheinhessen – Farbtupfen für Wildbienen" gemeinsam mit Exkursionsleiter Dr. Gunter Mattern am 13. Juli die Versuchsflächen des DLR zu Saum- und Bandstrukturen im Ackerbau (SABA) in Mainz-Hechtsheim.

Blühstreifen bereichern das Landschaftsbild und die Artenvielfalt (Biodiversität) und bieten Tieren insbesondere Insekten (z.B. Wildbienen), Feldvögeln und Kleintieren Nahrungs-, Brut- und Rückzugsräume.

Seit 2012 führt das DLR den Versuch zu Saum- und Bandstrukturen mit 13 verschiedenen mehrjährigen Blühmischungen in Mainz-Hechtsheim und an zwei weiteren Standorten durch.  Die Entwicklung der Blühmischungen hinsichtlich der Blühaspekte und der Praxistauglichkeit wird dort unter verschiedenen Pflegevarianten (Mähen, Mulchen und ohne Pflege) wissenschaftlich untersucht. Über 2000 ha Blühstreifen und –flächen werden in Rheinland-Pfalz mit dem Agrarumweltprogramm „Saum- und Bandstrukturen im Ackerbau“ gefördert. Seit 2015 fördert die EU  zusätzlich „Ökologische Vorrangflächen“.  

Gunter Mattern begeisterte die Teilnehmenden mit Wissenswertem über die zahlreichen blühenden Pflanzenarten. Er zeigte eindrucksvoll, dass aufgrund der Konkurrenz  Blühmischungen mit besonders vielen Arten nicht unbedingt artenreicher sind, als welche mit weniger Arten. Gräser sind zudem sehr konkurrenzstark und müssen meist nicht extra angepflanzt werden. Einmal jährlich mähen taugt fast allen Blühmischungen, während sich einige auch durch Mulchen gut entwickeln. Flächen ganz ohne Pflege verlieren meist an Artenreichtum. Anhand der Versuchsergebnisse lässt sich entschieden, ob das DLR die entsprechende Mischung weiterhin für Saum- und Bandstrukturen empfiehlt.

Blühendes Rheinhessen auf dem Rheinland-Pfalz-Tag in Alzey, 3.-5. Juni 2016


Das Projekt "Blühendes Rheinhessen –Farbtupfen für Wildbienen" war auf dem Rheinland-Pfalz 2016 drei Tage lang mit einem Infostand vertreten. Neun engagierte Ehrenamtliche betreuten zusammen mit zwei Hauptamtlichen aus der Landesgeschäftsstelle den blühenden Infostand. Maskenbienen und verschiedene Hummeln waren dadurch zu Gast, so dass der Stand "Blühendes Rheinhessen" quasi die Imbissbude der Wildbienen auf dem Rheinland-Pfalz-Tag war.

 

Im Dialog mit interessierten Besucher*innen beantwortete die Infostand-Crew zahlreiche Fragen rund um das Thema Wildbienen: Wie viele der rund 580 Wildbienenarten in Deutschland stehen auf der roten Liste? Welche Blüte passt zu welcher Biene? Warum ist es nicht egal, welche Blumen ich in meinen Garten oder an den Wegrand pflanze? Wie möchten Wildbienen wohnen?  Welche Wildbiene lebt in den Bohrlöchern neben meinem Fenster?

 Auch die Kreisgruppen Mainz-Stadt, Mainz-Bingen und Alzeyer Land stellten sich mit ausgewählten Aktivitäten vor. Einzelne Mitglieder der Kreisgruppen betreuen sehr engagiert Leuchtturmprojekte im Projekt "Blühendes Rheinhessen" über die man sich ebenfalls am Stand informieren konnte.

 Den Höhepunkt der Veranstaltung bildete ein Besuch der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer am Samstagnachmittag. Über ihr Interesse an unserem Projekt freuen wir uns natürlich sehr.

Fortbildung "Wiese erleben mit dem BUND"


Mit ein paar Ideen wird eine Blumenwiese zum abwechslungsreichen Erlebnisraum für Kinder und Erwachsene. Denn nur, was man kennt, kann man lieben und schützen.

Auch 2016 bietet der BUND Rheinland-Pfalz daher für interessierte (Umwelt-)Pädagogen, Gruppenleiter und Naturführer wieder Fortbildungen an. Auch zum Thema Wiese.

Der eintägige Kurs "Mit Kindern ins Reich der Grasvölker" ermöglicht einen Einstieg in das Thema "Wiese"  für die Umweltbildungsarbeit. Grundlagen der botanischen Systematik, Spielideen und Elemente der Erlebnispädagogik stehen im Focus der Fortbildung, die von erfahrenen Referenten durchgeführt wird. Eine Anerkennung als Leherer/innenfortbildung beim IFB in Speyer ist beantragt.:

Samstag, 21. Mai 2016, 10 - 18 Uhr, Untermühle, Worms-Horchheim

Die gebührenfreien Fortbildungen sind erfahrungsgemäß schnell ausgebucht. Es stehen jeweils 16 Plätze zur Verfügung, um eine optimale Betreuung aller Teilnehmer/innen zu gewährleisten. Weitere Informationen und Anmeldungen bitte mit dem Rückmeldeformular auf dem Flyer an.

BUND Rheinland-Pfalz
Jutta Schreiner
Hindenburgplatz 3
55118 Mainz
Tel. 06131-62706-0
jutta.schreiner@bund-rlp.de

Download des Flyers hier....

Nachfolgend finden Sie einen Rückblick auf vergangene Veranstaltungen in den Projekten "Blühendes Rheinhessen" und "Wiesenwettbewerbe".

Wildbienenparadiese in Rheinhessen schaffen – Tagesfortbildung für das Netzwerk der Wildbienenfreunde im Projekt „Blühendes Rheinhessen – Farbtupfen für Wildbienen“

Nackenheim, 9. April 2016: Verschiedene Fachleute beantworteten auf der Tagesfortbildung im Ortsmuseum Nackenheim den über 40 Teilnehmenden zahlreiche Fragen rund um das Thema Wildbienen: Welche Ansprüche stellen Wildbienen an ihren Lebensraum und welche Maßnahmen dienen der Lebensraumverbesserung? Welche Arten profitieren von den so genannten „Wildbienenhotels“ und welche Bedeutung haben Lösshohlwege für die fleissigen Bestäuberinnen? Die Fortbildung richtete sich an Ehrenamtliche, die sich im Rahmen des BUND-Projektes „Blühendes Rheinhessen - Farbtupfen für Wildbienen“ engagieren. Das Netzwerk ehrenamtlicher Wildbienenfreunde aus ganz Rheinhessen setzt sich in Zusammenarbeit mit engagierten Bürgern und Kommunen für den Blütenreichtum und die Lebensraumvielfalt der Wildbienen ein.

Biotopbetreuer Hans-Jürgen Dechent und Biologin Enikö Tweraser stellten die Wildkräuter bzw. die typischen Wildbienenarten der Lösshohlwege in Fachvorträgen vor. Die anschließende Exkursion führte zu den Nackenheimer Lösshohlwegen. Unter der fachlichen Leitung von Wildbienenexperte Volker Fockenberg konnten zahlreiche Wildbienenarten beobachtet werden: Die Weiden-Seidenbiene, die sich fast ausschließlich von Weidenpollen ernährt, die Gehörnte Mauerbiene, die an ihrem roten Hinterleib sehr gut zu erkennen ist sowie eine Pelzbienenart, deren Männchen einen schönen weißen „Bart“ besitzen. Die Behausungen dieser Wildbienen werden gerne auch von so genannten Kuckucksbienen genutzt, die ihre Eier in fremde Brutzellen legen, die teilweise schon mit Vorrat und mit fremden Eiern gefüllt sind. Eine Kuckucksbiene der Pelzbiene ist zum Beispiel die Filzbiene, die ebenfalls an diesem schönen Frühlingstag beobachtet werden konnte und mit orangefarbenen Pollen der Gefleckten Taubnessel bedeckt war. Nachmittags erzählte Volker Fockenberg den Teilnehmenden weiteres wirklich Wissenswertes über Wildbienen, leitete den Bau sinnvoller Nisthilfen an und klärte darüber auf, welche – oft in Supermärken und Baumärkten angebotenen – Nisthilfen für Wildbienen ungeeignet sind.

Das Netzwerk aus Wildbienenfreunden dient dem fachlichen Austausch und der Information interessierter Laien. Es soll den Wildbienenschutz in der Region langfristig voranbringen. Im Landkreis Mainz-Bingen engagieren sich die Ehrenamtlichen in Nackenheim, Hahnheim und in Bingen-Büdesheim in sogenannten Leuchtturmprojekten für die Wildbienen. In Sulzheim und Mölsheim gibt es weitere Leuchtturmprojekte. Das Ehrenamtlichen-Netzwerk steht allen offen, die sich für die fleissigen kleinen Pollensammler einsetzen wollen, Kontakt unter wildbienen@bund-rlp.de oder über die jeweiligen BUND-Kreisgruppen.











Vortrag von Dr. Paul Westrich: "Von Baumeistern, Blumenschläfern und Pollensammlern"

Mainz, 10. März 2016: Für ein volles Haus sorgte der „Wildbienenpapst“ Dr. Paul Westrich im Mainzer Erbacher Hof. Rund 90 Gäste – Vertreter von Kommunen, haupt- und ehrenamtliche Naturschützer und sonstige Wildbienenfreunde – erhielten einen faszinierenden Einblick in Welt der „Blumenschläfer, Baumeister und Pollensammler“.

In seinem Vortrag ging Dr. Westrich auf die Vielfalt der Formen, Farben und Lebensweisen der nächsten Verwandten unserer Honigbiene ein. Anhand besonders anschaulicher Beispiele wurden Verhalten, Nistweisen und Baumaterialien dargestellt. Unersetzlich im Leben der Wildbienen sind Blüten, ohne deren Pollen keine Biene für Nachkommen sorgen kann. Die vielfältigen Beziehungen zwischen Wildbienen und der Pflanzenwelt waren deshalb ein weiterer Schwerpunkt des Vortrags.

Brillante Farbfotos und eindrucksvolle Filmsequenzen sollten für diese Insekten begeistern und motivieren, sich für ihren nachhaltigen Schutz einzusetzen. Für die anwesenden Vertreter von Kommunen, aber auch für so manchen Garten- und Balkonbesitzer gab es wertvolle Hinweise, wie mit einfachen Methoden Nahrungsangebot und Nistgelegenheiten geschaffen und erhalten werden können.

Dr. Westrich erforscht seit über 40 Jahren die heimischen Wildbienen. Schon das Thema seiner Promotionsarbeit (1979) handelte von Faunistik und Ökologie der Hymenoptera Aculeata (Stechimmen) des Tübinger Gebiets. Heute forscht er am Institut für Bienenkunde und Naturschutz in Kusterdingen (Landkreis Tübingen). Sein besonderes Interesse gilt dem Blütenbesuch und dem Nestbau der Wildbienen. 1999 erhielt er von der Deutschen Gesellschaft für allgemeine und angewandte Entomologie (DGAAE) die Meigen-Medaille in Würdigung seiner grundlegenden Forschungsarbeiten über Wildbienen.

Er verfasste zahlreiche wissenschaftliche Publikationen und ist Autor des zweibändigen Grundlagenwerkes „Die Wildbienen Baden-Württembergs“ (1989). Im Auftrag des Bundesamtes für Naturschutz erarbeitete er mit Kollegen die 1998 veröffentlichte Rote Liste der Wildbienen Deutschlands. Seit 2008 gibt er Wildbienen-Fachzeitschrift Eucera heraus.

In jüngerer Zeit wurde er durch die Herausgabe des Werkes „Wildbienen - Die anderen Bienen“ einer breiten Bevölkerung bekannt. Das Buch vermittelt nicht nur umfangreiches Fachwissen rund um die Wildbienen, sondern weckt auch bei Laien durch einmalige Bilder, gut verständliche Texte und anschauliche Praxisbeispiele die Freude am Thema.

Wir bedanken uns bei Dr. Westrich für den eindrucksvollen Vortrag und die vielen ganz neuen Einblicke in das Leben der fleißigen kleinen Blumenschläfer, die sicherlich den meisten Gästen noch lange im Gedächtnis bleiben werden.

Hier können Sie den Flyer zur Veranstaltung herunterladen. Zur sehr empfehlenswerten Website von Herrn Westrich gelangen Sie hier.













Pflegeeinsatz und Exkursion in der „Hengstäcker Hohl“

Nackenheim, 27. Februar 2016: Ein vom BUND beauftragtes Gutachten in zwei Nackenheimer Lösswegen hatte ergeben, dass sich in den verbuschten Bereichen nur noch erschreckend wenige Wildbienen- und Wespenarten tummeln. Damit wieder viele Insekten ihre Nistgänge anlegen und sich die typischen Lebensgemeinschaften der alten Hohlwege wieder entwickeln können, sollten die Lösswände in einer umfangreichen Pflegeaktion freigestellt werden.

Bei strahlendem Sonnenschein fanden sich dreißig tatkräftige Helfer ein, um Gehölze und Rankpflanzen zu entfernen. Eingeladen hatten der BUND Landesverband, die BUND Kreisgruppe Mainz-Bingen sowie der Verein Lebenswertes Nackenheim (VLN), der die Helfer fachkundig anleitete, das nötige Material zur Verfügung stellte und bereits im Vorfeld umfangreiche Vorarbeiten geleistet hatte.

Nach einigen Stunden Arbeit war das Ergebnis zu bewundern: Die einzigartigen rheinhessischen Lösswände waren offen und sonnenexponiert und werden schon in diesem Jahr vielen Hohlwegsbewohnern Lebensraum bieten. Ein toller Erfolg, der hoffentlich anhand gesteigerter Arten- und Individuenzahlen in den nächsten Jahren in Form eines Gutachtens nachweisbar sein wird.

Zum Dank an die vielen ehrenamtlichen Helfer bot Gebietskenner Dr. Axel Schönhofer vom VLN im Anschluss an den Pflegeeinsatz eine Exkursion durch das vielfältige Eichelsbachtal an. Die Gruppe wanderte vom Lößgebiet auf das Rotliegende, um die Veränderung des Bodens in sehr kurzem Abstand zu beobachten. Ein besonderes Augenmerk lag auf den verschiedenen Lebensräumen, Pflanzen und Entwicklungsmöglichkeiten vor Ort und was man mit nur wenig Einsatz als Naturschützer auf lokaler Ebene bewirken kann.


























Wildbienen-Bestimmung im Museum Alzey

Alzey, 17.10.2015: Ist es die Spitzzähnige Zottelbiene oder doch die Filzige Furchenbiene? Einen Einblick in die Bestimmung von Wildbienen gab es für Ehrenamtliche im Projekt „Blühendes Rheinhessen“ am Samstagvormittag im Museum der Stadt Alzey.

Kursleiter Rolf Witt, norddeutscher Wildbienen- und Wespenspezialist, gab zunächst eine theoretische Einführung in die Systematik der Wildbienen und deren Bestimmung. Anschließend konnten die 23 Teilnehmer mit fachlicher Unterstützung die verschiedenen Gattungen und Arten mit Stereomikroskop und Lupe bestimmen.

Wer schon immer genauer wissen wollte, welche von den Hunderten von Wildbienenarten er gerade vor sich hat, bekam hier den idealen Einstieg fundiert vermittelt.

Ein besonderer Dank gilt dem Museum der Stadt Alzey, das für die Veranstaltung seine Räumlichkeiten zur Verfügung stellte und das Team des BUND nach Kräften unterstützte, sowie dem Mainzer Rabanus-Maurus-Gymnasium, deren Stereomikroskope wir kostenlos nutzen durften!









Feierliche Auftaktveranstaltung "Blühendes Rheinhessen"

Alzey, 16.10.2015: Die feierliche Auftaktveranstaltung zum Projekt „Blühendes Rheinhessen“ fand in den Räumlichkeiten des Museums der Stadt Alzey statt. Mit 120 Teilnehmern übertraf das öffentliche Interesse bei weitem die Erwartungen der Veranstalter.

Sabine Yacoub, Landesgeschäftsführerin des BUND, begrüßte die Gäste: „2016 feiert Rheinhessen sein 200-jähriges Jubiläum. Der damit verbundene gesellschaftliche Rückblick darf nicht ausklammern, wie sich menschliches Wirken positiv und negativ auf den Naturhaushalt – und damit auch auf den Menschen – auswirkt. Für den BUND ist das Jubiläum ein Anlass, sich der aktuellen Notlage unserer heimischen Wildbienen zu widmen.“

Dr. Michael Hofmann, Abteilungsleiter für Naturschutz und nachhaltige Entwicklung, überbrachte Grüße aus dem Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Ernährung, Weinbau und Forsten: „Wir unterstützen das Projekt auch deshalb, weil 80 Prozent unserer heimischen Wild- und Nutzpflanzen auf die Bestäubung durch Bienen angewiesen sind. Vor allem die Wildbienen leisten hier einen wichtigen Beitrag zum Erhalt artenreicher Kulturlandschaften und damit zum Schutz der biologischen Vielfalt insgesamt.“ Umwelt- und Landwirtschaftsministerin Ulrike Höfken hatte im Vorfeld die Schirmherrschaft über das Projekt übernommen.

Nach weitere Grußworten durch die 1. Beigeordnete der Stadt Alzey, Nicole Sommer-Kundel, die den Bürgermeister vertrat, den Hausherren Museumsleiter Dr. Rainer Karneth sowie Ernst-Ludwig Hammen, den Vorsitzenden der BUND Kreisgruppe Alzeyer Land, gab Projektleiterin Charlotte Dietrich eine kurze Einführung in das Projekt.

Im ersten Fachvortrag referierte Hans-Jürgen Dechent, Biotopbetreuer und Vertragsnaturschutzberater des Kreises Mainz-Bingen und der Stadt Mainz, über die Natur- und Kulturgeschichte von Rheinhessen: Wie sah die Landnutzung gestern und heute aus und welche Folgen hatte dies für die Vegetation?

Im Anschluss entführte Rolf Witt, freiberuflicher Biologe, Wildbienen- und Wespenspezialist und Autor eines Standardwerkes über Wespen, mit eindrucksvollen Bildern in die faszinierende Welt der Wildbienen. Wo leben die wilden Verwandten der Honigbiene, wie passen sie sich an ihre Lebensräume an und welche große Bedeutung haben sie in der heutigen Kulturlandschaft? Anhand anschaulicher Beispiele erläuterte er, wie gut gemeinte Schutzbemühungen ins Leere laufen können und was ein jeder zur Verbesserung der Lebensbedingungen beitragen kann.

Wir bedanken uns ganz herzlich beim Museum der Stadt Alzey und dem Förderverein „Freunde des Museums Alzey e.V.“, das für die Veranstaltung Räumlichkeiten und Ausstattung zur Verfügung stellte und das Team des BUND nach Kräften unterstützte.

Hier gibt es das Programm zum Herunterladen.















Wildbienenexkursion ins Alsheimer Hohlwegeparadies

30. August 2015: Auf einer Gesamtlänge von über 30 Kilometern durchziehen die einzigartigen Alsheimer Lösshohlwege das Rebenmeer im Oberrheintal. Durch jahrhundertelange Nutzung mit Fuhrwerken, Vieh und dem Einwirken von Wassererosion hat sich auf engstem Raum ein ganz spezieller Lebensraum herausgebildet, der von einer faszinierenden Gemeinschaft aus Tieren und Pflanzen besiedelt wird. Auch für hunderte Wildbienenarten sind die alten Hohlwege bedeutende Niststandorte.

Gleich drei fachkundige Referenten führten die knapp 20 Wildbienenfreunde bei brütender Spätsommerhitze durch das Alsheimer Hohlwegeparadies. Frieder Stauder, Regionalbeauftragter des BUND und Kultur- und Weinbotschafter in Rheinhessen, leitete die Exkursion und widmete die Aufmerksamkeit der Gruppe insbesondere der Geographie und Entstehungsgeschichte dieser eindrucksvollen Kulturlandschaft. Da die Lösswände heute oft in großen Teilen zugewachsen sind, können sie von vielen der ursprünglich dort vorkommenden Arten wegen nicht mehr genutzt werden: Feuchtigkeit und Unzugänglichkeit verhindern etwa die Besiedlung der Wände mit Wildbienen.

Die Biologin Daniela Warzecha, die derzeit an der Uni Gießen über Bestäubergemeinschaften auf subventionierten Blühflächen promoviert, brachte den Teilnehmern die an den Lösswänden umhersummenden oder auf Blüten sitzenden Wildbienen näher. Unterstützt von dem Studenten Bernhard Christof konnten einige markante Arten gefangen und bestimmt werden: Darunter befanden sich die Große Wollbiene oder Garten-Wollbiene (Anthidium manicatum) mit dem dornenbewehrten Hinterleibsende der Männchen, die Efeu-Seidenbiene (Colletes hederae) mit gelbbraunem Thorax-Pelz und auffälligen breiten Binden und die sozial nistende Furchenbiene Halictus scabiosae. Auch die parasitisch lebende Blutbiene Sphecodes albilabris, die mit ihrem schwarzem Thorax und dem fast völlig roten Abdomen auffällt und die einzige Wildbienenart ist, die auch Laien auf Anhieb richtig bestimmen können, gab sich die Ehre.

Dank Hans-Jürgen Dechent, Biotopbetreuer und Vertragsnaturschutzberater des Kreises Mainz-Bingen und der Stadt Mainz, blieben auch botanisch keine Fragen offen. Unter den besonderen Bedingungen der Lösshohlwege gedeihen viele seltene Pflanzen, die andernorts längst verschwunden sind, wie der Elsässer Haarstrang (Peucedanum alsaticum). Der ungewöhnlich trockene und heiße Sommer hatte seine Spuren hinterlassen, dennoch waren unzählige interessante Pflanzen zu bewundern, wie etwa Wilder Dost, Acker-Wachtelweizen, Deutscher Alant,  Steppen-Wolfsmilch oder Schwarznessel.

Wir bedanken uns bei unseren Experten für die schöne und gelungene Veranstaltung.

 
























1. Tagesfortbildung für Ehrenamtliche im Projekt „Blühendes Rheinhessen“

30. Mai 2015: Anlässlich des Jubiläums „200 Jahre Rheinhessen“ knüpft BUND Landesverband Rheinland-Pfalz e.V. ein Netzwerk ehrenamtlich aktiver Wildbienenfreunde: Dieses dient dem fachlichen Austausch und der Information interessierter Laien und soll den Wildbienenschutz in der Region weiter voranbringen.

Die erste Tagesfortbildung für das neue Netzwerk Wildbienenschutz fand am Samstag, 30. Mai 2015 im Gemeindezentrum Hahnheim statt. Ziel war es, Ehrenamtlichen, ImkerInnen, GästeführerInnen und Naturinteressierten einen Einstieg in die Vielfalt der heimischen Wildbienen und rheinhessische Pflanzengesellschaften zu bieten.

Ortsbürgermeister Werner Kalbfuß begrüßte die 32 Teilnehmer im Namen der Gemeinde Hahnheim. Der erste Fachvortrag „200 Jahre Rheinhessen – Standortspezifische Vegetation, eine natur-/kulturhistorische Betrachtung“ wurde von Dipl.-Ing. Hans-Jürgen Dechent, Biotopbetreuer im Landkreis Mainz-Bingen und Stadt Mainz, vorgetragen. Bei der anschließenden Exkursion wurde die Ruderalflora rund um das Gemeindezentrum und in der Selzaue erforscht. In der zweiten Tageshälfte führte Jens Müller, Wildbienenkenner und Vorsitzender des Kreis-Imkervereins Ingelheim-Bingen e.V., in das Leben der Wildbienen ein und referierte über Biologie und Verhalten, Anpassungen, Erkennungsmerkmale, Lebensraum und Schutz.

In den Pausen gab es reichlich Zeit für Gespräche und fachlichen Austausch, was auch rege genutzt wurde. Aufgrund der Erkrankung einer Referentin fielen die geplanten Bestimmungsübungen an Wildbienen leider aus. Für die Teilnehmer gibt es am 17. Oktober im Museum Alzey die Möglichkeit, dies nachzuholen: Hier wird der bekannte Wildbienen- und Wespenexperte Rolf Witt einen Bestimmungskurs leiten. Weitere Informationen erhalten die Teilnehmer per Email.

In den Jahren 2015-2017 wird es jährlich ein ganztägiges, kostenloses Fortbildungsangebot geben sowie weitere Exkursionen und Vernetzungstreffen.  Die Fortbildungsreihe baut thematisch aufeinander auf.


















Entdeckungsreise ins Reich der Grasvölker


Wo haben Heuschrecken eigentlich ihre Ohren?

Diese und vielen weiteren Fragen können Sie mit der neuen Bildungsbroschüre des BUND mit Kindern nachgehen. Die Ideensammlung richtet sich an Lehrer, Erzieher, Gruppenleiter und Natur- und Landschaftsführer, die mit Kindern (Zielgruppe 8-13 Jahre) und/oder Familien erlebnisreiche Stunden rund um den Lebensraum Wiese planen.

Auf 120 Seiten finden Sie einen 30seitigen Fachteil und 26 zweistündige Bausteine zu verschiedenen Themen rund um die Wiese, z.B. der Heuschrecke. Ein ausführlicher Anhang mit weiterführenden Literaturhinweisen ist ebenso zu finden. Ergänzend finden Sie auf dieser Homepage unter "Service" viele Vorlagen und Fotos zum Download.

Die Broschüre ist für 5,-€ Porto- und Verpackungspauschale erhältlich beim

BUND Rheinland-Pfalz
Hindenburgplatz 3
55118 Mainz
info@bund-rlp.de
Tel. 06131-62706-0






Naturerlebnistage Wiese

Ganz besondere Tage im grünen Klassenzimmer Wiese unter Schnecken, Wolfsspinnen und Wiesenbotschaftern erlebten Kinder aus 6 rheinland-pfälzischen Schulklassen Anfang Juni. Die interessierten kleinen Nachwuchs-Forschern untersuchten, was auf spät gemähten Wiesen so alles kreucht und fleucht. "Die hatten das doch noch gar nicht in der Schule" bemerkt Mike, als er gefangene Wanzen bei der Paarung durchs Mikroskop beobachtet. "Wissen aber trotzdem wie´s geht!" Feldgrille, Teufelskralle oder ein Gras, das höher wächst als die Schüler selbst ... die Liste der Highlights ist lang.

Where have all the flowers gone? Grünland im Umbruch

Viele Generationen lang wusste der Mensch, welche Wildblume eine heilsame Wirkung bei Krankheiten besitzt, welche essbar ist oder welche giftig. Heute verblassen die Kenntnisse vieler Menschen über die Artenvielfalt unserer heimischen Kulturlandschaft. Doch gerade für Rheinland-Pfalz, das fast 35% seiner landwirtschaftlichen Nutzfläche als Dauergrünland nutzt, in dem fast die Hälfte der Bevölkerung im ländlichen Raum lebt und die andere Hälfte sich nach einem Stück Natur für die Naherholung sehnt, bedeutet die Pflege und der Erhalt wertvoller Wiesen und Weiden regionale Identität zu bewahren und Räume für Naturerleben und ländlichen Tourismus zu erhalten. Das Wissen um den kulturellen, naturschutzfachlichen und touristischen Wert unserer heimischen Flora und Fauna der Offenlandbiotope soll daher in diesem Projekt gestärkt werden. Am Beispiel der Wiesen und Weiden lässt sich aufzeigen, welcher Naturreichtum regional durch die landwirtschaftliche Nutzung geschaffen wurde und erhalten werden kann.

Der BUND Rheinland-Pfalz hat eine neue Position zum Thema Grünland beschlossen. Diese kann hier heruntergeladen werden:
BUND RLP_Positionspapier_Grünland.pdf (200 kB)





Menschen im Interesse der Natur

Das BUND-Projekt „Blumen- und Schmetterlingswiesen“ stellt Menschen in den Mittelpunkt, die auf ehrenamtlicher Basis für den Erhalt der Biodiversität eintreten. Zu diesem Zweck sollen Wiesenbotschafter ausgebildet und anschließend in Kleingruppen als Multiplikator für Arten und Lebensräume aktiv werden. Durch begleitende Öffentlichkeitsarbeit soll die Bevölkerung, insbesondere Kinder, über die heimischen Kostbarkeiten informiert werden. Die Ehrenamtlichen werden auch in diesem Bereich unterstützt und qualifiziert.

Insbesondere sollen in diesem Projekt auch die Landwirte selbst für das Thema sensibilisiert werden. Selbst Landwirte, die extensives Grünland bewirtschaften, wissen oft nicht, wie groß ihr Beitrag zur Artenvielfalt, Heimatidentität und Tourismus ist. Im Projekt möchte der BUND diese Leistungen honorieren und die artenreichsten Blumenwiesen medienwirksam auszeichnen. Der BUND greift dabei die Idee der erfolgreichen Wiesenwettbewerbe in anderen Bundesländern und dem benachbarten Ausland auf.

 

 


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Wanderausstellung

Die Ausstellung zum BUND- Naturschutzschwerpunkt „Blumen und Schmetterlingswiesen Rheinland-Pfalz" steht ab November zum Verleih.

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